Modul 3: Das Beta-Portfolio – das Fundament

BMV Startkurs · Modul 3

Das Beta-Portfolio – das Fundament

Bevor es um einzelne Aktien geht, geht es um das Fundament. Das Beta-Portfolio ist der ruhige, breit gestreute Kern, der dein Vermögen durch alle Marktphasen tragen soll. Hier erfährst du, was Beta ist – und warum ein stabiles Fundament für viele wichtiger ist als die nächste Einzelidee.

Modul 3 von 8
Referent Balthasar Becker

Worum es in diesem Modul geht


Beta, Alpha, Core, Satellite – diese Begriffe werden oft verwechselt. Wir fangen ganz unten an: beim Beta-Portfolio, dem Fundament.

Denn für viele Anleger ist die wichtigste Frage am Anfang nicht „Welche Aktie kaufe ich zuerst?“, sondern: Habe ich überhaupt ein stabiles Fundament, auf dem ich aufbauen kann?

Das Video zum Modul


Balthasar erklärt das Beta-Portfolio von Grund auf. Darunter findest du die Zusammenfassung in Kurzform.

Was ist das Beta-Portfolio?


Das Beta-Portfolio folgt einem Leitsatz: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Es ist bewusst prognosefrei. Statt darauf zu wetten, in welche Richtung Wirtschaft und Inflation laufen, hält es von allem etwas – damit es in jeder Marktphase einigermaßen stabil bleibt.

Sein Ziel ist nicht die maximale Rendite, sondern Kapitalerhalt und Ruhe. Es ist deutlich weniger hektisch als das Alpha-Portfolio und schwankt weniger. Gerade für neue Mitglieder und kleinere Depots ist dieses Fundament oft der sinnvollere erste Schritt – statt sofort in viele Einzelpositionen zu gehen.

  • Prognosefrei: keine Wette auf eine bestimmte Wirtschafts- oder Inflationsrichtung.
  • Breite Marktpositionierung ist hier wichtiger als die einzelne Aktie.
  • Ziel: Kapital erhalten und ruhig durch alle Phasen kommen – auch durch den nächsten Bärenmarkt.

Die Bausteine des Fundaments


Das Fundament wird aus mehreren Bausteinen zusammengesetzt, die unterschiedlich auf Ereignisse reagieren. So läuft nie alles gleichzeitig schlecht – aber auch nicht alles gleichzeitig heiß:

Breit gestreute Aktien (ETF) Herzstück

Ein weltweiter Aktien-ETF bildet die Weltwirtschaft ab – breit gestreut statt auf einzelne Titel gesetzt.

Anleihen Stabilitätsanker

Sollen das Depot stabilisieren, wenn Aktien fallen – und eine Reserve liefern, um Günstiges nachzukaufen.

Gold & Rohstoffe Schutz

Laufen oft gut, wenn Aktien schwächeln – etwa in Phasen steigender Inflation.

Etwas Bitcoin Kleine Beimischung

Schwankungsstark – deshalb nur als kleine, chancenreiche Position.

Cash Flexibilität

Reserve für kurzfristigen Bedarf – und um bei Gelegenheiten handlungsfähig zu bleiben.

Zwei Grundregeln: Nur breit gestreute Bausteine, von denen man überzeugt ist, dass sie nicht dauerhaft auf null gehen – also ETFs statt Einzelaktien. Und in einem festen Rhythmus wird rebalanciert: zurück auf die Zielgewichte, Gewinne sichern, Schwächeres nachkaufen. Die konkrete Aufteilung hängt von Zeithorizont, Renditewunsch und Risikobereitschaft ab.

Beta und Alpha im Zusammenspiel


Beta-Portfolio Das Fundament

Breit gestreut, prognosefrei, ruhig. Trägt dein Vermögen durch alle Phasen – auch durch den nächsten Bärenmarkt.

Alpha-Portfolio Die Chancen

Konzentrierter, aktiver, chancenreicher. Hier suchen wir gezielt Überrendite – dafür mit mehr Schwankung.

Beide ergänzen sich: Das Fundament gibt Stabilität, das Alpha-Portfolio die Chancen.

Die richtige Aufteilung finden

Eine der häufigsten Fragen lautet: „Wie viel Prozent soll ins Beta- und wie viel ins Alpha-Portfolio?“ Die ehrliche Antwort: Es gibt nicht die eine perfekte Formel – die Aufteilung hängt von deiner persönlichen Situation ab. Wichtige Fragen dabei:

  • Wie hoch ist dein regelmäßiges Einkommen?
  • Wie hoch sind deine monatlichen Fixkosten und Verpflichtungen (Familie, Kinder, Kredite)?
  • Wie gut kannst du nachts schlafen, wenn der Markt schwankt?

Diese Entscheidung triffst du eigenverantwortlich – nur du kennst deine Risikotragfähigkeit. Als reine Orientierung aus der Praxis sind hier drei häufig gewählte Aufteilungen (Beta zu Alpha):

90 % zu 10 % Sicherheitsorientiert

Kapitalerhalt steht klar im Vordergrund – nur ein kleiner Teil nutzt gezielt Chancen.

80 % zu 20 % Häufige Basis

Ein breites Fundament mit genug Spielraum, um im Alpha-Bereich eine Überrendite zu versuchen.

70 % zu 30 % Risikoreicher

Für Anleger, die stärkere Schwankungen gut aushalten und bewusst mehr Risiko eingehen wollen.

Grundregel: Das Beta-Portfolio ist dein passiver Stabilitätsanker und bildet immer den Hauptteil. Das Alpha-Portfolio ist das „Gewürz“, mit dem du versuchst, mehr herauszuholen. Wähle die Aufteilung so, dass du dich in jeder Marktphase wohlfühlst.

Wie das Alpha-Portfolio aufgebaut ist und was Core- von Satellite-Ideen unterscheidet, siehst du im nächsten Modul.

Die wichtigsten Punkte


Punkt 01

Prognosefrei investieren

„Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Kein Wetten auf die Zukunft – sondern von allem etwas.

Punkt 02

Diversifikation ist der Schutz

Bausteine, die unterschiedlich auf Ereignisse reagieren (geringe Korrelation), verbessern das Verhältnis von Rendite zu Risiko.

Punkt 03

Nur breit gestreute Bausteine

ETFs statt Einzeltitel – nichts, was dauerhaft auf null gehen kann. Das Fundament muss verlässlich sein.

Punkt 04

Rebalancing hält die Balance

In festem Rhythmus zurück auf die Zielgewichte: Gewinne sichern und Schwächeres nachkaufen.

Die wichtigste Frage

Die wichtigste Frage ist nicht: Welche einzelne Aktie kaufe ich zuerst?

Sondern: Habe ich überhaupt ein stabiles Fundament, auf dem ich aufbauen kann?

Nächstes Modul


Modul 4

Das Alpha-Portfolio – Core und Satellite erklärt

Wie wir gezielt Chancen suchen – und was Core- von Satellite-Ideen unterscheidet.

Fragen zum Modul oder Probleme mit dem Video? Schreib uns an info@balthasar-becker.com