Modul 2: Unsere Investment-Denkweise

BMV Startkurs · Modul 2

Unsere Investment-Denkweise

Viele Mitglieder schätzen unsere Makro-Einordnung – aber wie wird daraus eine konkrete Entscheidung? In zwei kurzen Videos erklärt dir Balthasar die Grundgedanken dahinter. Danach verbinden wir sie mit der Art, wie wir im BMV arbeiten.

Modul 2 von 8
Referent Balthasar Becker

Worum es in diesem Modul geht


Der BMV ist keine Sammlung einzelner „heißer Tipps“. Hinter jeder Entscheidung steht eine Denkweise: Wir starten beim großen Bild – der Makro-Lage – und arbeiten uns von dort zum einzelnen Unternehmen vor.

In den beiden folgenden Videos erklärt Balthasar die zwei Grundthesen, auf denen das aufbaut: warum Aktien langfristig steigen – und warum Geld laufend an Wert verliert. Nimm dir die Zeit, sie in Ruhe anzusehen. Danach ordnen wir ein, wie daraus unser Vorgehen entsteht.

Video 1

Warum Aktien langfristig steigen müssen


Balthasar erklärt, warum Aktien langfristig steigen – aus zwei sich ergänzenden Gründen. Erstens die Geldentwertung („Debasement“): Weil die Geldmenge laufend ausgeweitet wird, verliert Geld an Wert. Reale Sachwerte, die sich nicht beliebig vermehren lassen – Aktien, Gold, Immobilien – steigen entsprechend. Zweitens der Produktivitätsfortschritt des Kapitalismus: Unternehmen stehen unter Wachstumszwang, werden produktiver, und ihre steigenden Gewinne fließen an die Eigentümer – die Aktionäre.

  • Aktien werden von zwei Effekten getrieben: Geldentwertung und Produktivitätsgewinne.
  • Löhne wachsen meist nur mit der Wirtschaft – Aktien langfristig deutlich stärker. Deshalb lohnt es sich, Eigentümer zu werden.
  • Gold hält den Wert, fügt aber keine Produktivität hinzu. In Phasen ohne breiten Produktivitätsfortschritt kommt es auf gezielte Aktienauswahl an.
Video 2

Warum Geld entwertet werden muss


Hier zeigt Balthasar, warum die Geldentwertung kein Zufall, sondern systembedingt ist. Staaten sind hoch verschuldet – rechnet man künftige Zahlungsversprechen (etwa Renten) mit ein, deutlich höher als offiziell ausgewiesen. Aus solchen Schuldenständen wächst man kaum noch heraus.

Wirtschaftswachstum entsteht aus mehr Arbeitenden, höherer Produktivität oder mehr Schulden. Weil die ersten beiden begrenzt sind, bleibt der Hebel der Geldentwertung: In Krisen weiten Notenbanken die Geldmenge massiv aus – und dieses Geld fließt vor allem in Sachwerte.

  • Die reale Geldmengen-Entwertung ist höher als die offizielle Konsumentenpreis-Inflation.
  • Neue Liquidität fließt in Sachwerte (Aktien, Gold, Immobilien) – „Asset Price Inflation“.
  • Konsequenz: Was du langfristig anlegst, gehört in Sachwerte – Cash nur für kurzfristig benötigte Liquidität.

So wird aus dem großen Bild eine Entscheidung


Aus diesen Thesen folgt, wie wir vorgehen: von oben nach unten. Wir fragen erst, in welcher Phase die Märkte stehen – und arbeiten uns von dort Schritt für Schritt bis zum einzelnen Unternehmen vor.

Das große Bild Ebene 1 · Makro

Wir beobachten Liquidität, Zinsen, Inflation, Wirtschaft, Sentiment und den Marktzyklus – und ordnen ein, in welcher Phase wir stehen.

Sektoren Ebene 2

Welche Bereiche profitieren in dieser Phase besonders – und welche meiden wir eher?

Themen Ebene 3

Welche langfristigen Trends und Treiber stecken hinter diesen Sektoren?

Einzeltitel Ebene 4

Erst ganz am Ende die Frage: Welche konkreten Unternehmen setzen das am besten um? Die Einzelaktie ist das Ergebnis – nicht der Ausgangspunkt.

Die wichtigsten Punkte


Punkt 01

Top-down statt Bauchgefühl

Wir denken vom großen Bild zum Einzeltitel – nicht umgekehrt. Die Aktie ist das Ergebnis der Analyse.

Punkt 02

Worauf wir schauen

Liquidität, Zinsen, Inflation, Wirtschaft, Sentiment und der Marktzyklus – das sind unsere Leitgrößen.

Punkt 03

Märkte laufen in Zyklen

Es gibt Phasen für den Aufbau und Phasen für mehr Vorsicht. Entscheidend ist, wo wir gerade stehen.

Punkt 04

Langfristig denken, taktisch anpassen

Die Richtung ist langfristig. Im Detail passen wir uns der jeweiligen Marktphase an.

Punkt 05

Rücksetzer gehören dazu

Ein Minus ist nicht automatisch ein Fehler. Schwankungen sind Teil des Weges, nicht sein Ende.

Punkt 06

Ein Prozess, keine Monatsmeinung

Der BMV ist ein wiederholbarer Ablauf – kein einzelner Tipp, der jeden Monat neu erfunden wird.

Der Kerngedanke

Wir versuchen nicht, jede kurzfristige Marktbewegung vorherzusagen.

Wir wollen verstehen, in welcher Marktphase wir uns befinden – und welche Chancen und Risiken daraus entstehen.

Nächstes Modul


Modul 3

Das Beta-Portfolio – das Fundament

Warum ein stabiles Fundament für viele wichtiger ist als die einzelne Alpha-Idee.

Fragen zum Modul oder Probleme mit den Videos? Schreib uns an info@balthasar-becker.com